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Das Fach Deutsch am Humboldt-Gymnasium

Inhaltsverzeichnis

1. Grundsätzliches
2. Humboldts Sprach- und Literaturtage
3. Humboldt-Lectures
4. Slam-Poetry-Workshops
5. Humboldtkurs Kreatives Schreiben
6. Literarischer Schreibwettbewerb
7. Jugend debattiert
8. AG Sprachförderung
9. Schreiben im Fachunterricht (fachübergreifendes Sprachbildungskonzept)

1. Grundsätzliches

Das Fach Deutsch ist von Klasse 5 bzw. 7 bis zum Abitur für alle Schüler/-innen obligato­risch. In der gymnasialen Oberstufe wird es als Grund- oder Leistungskurs belegt.

Im Mittelpunkt aller fachlichen und pädagogischen Bemühungen der Kolleg/-innen, die das Fach Deutsch unterrichten, steht das Ziel, einen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit der einzelnen Schüler/-innen zu leisten, der sie dazu befähigt, mündig, verantwortungsvoll und selbstbewusst zu handeln.

Inhalte und Methoden des Deutschunterrichts knüpfen dabei an Bewährtes an und sind of­fen für neue Entwicklungen. Durch die lebendige Auseinandersetzung mit der kulturellen Tradition und gegenwärtigen Veränderungen in den Bereichen Kommunikation, Medien und Sprache sowie durch die Vermittlung sprachlicher Normen und Strukturen sollen die Schüler/-innen ein intellektuelles Rüstzeug erhalten, das ihnen zur eigenständigen und pro­duktiven Aneignung von Wissen verhilft und ihnen mögliche Wege der Erkenntnisgewin­nung aufzeigt.

Besonderer Wert wird auf die literarische Bildung gelegt: In allen Klassenstufen sowie in allen Kurshabjahren der gymnasialen Oberstufe ist die Beschäftigung mit epischen, dramati­schen und lyrischen Texten verbindlich, um den Schüler/-innen Möglichkeiten der Welter­schließung zu eröffnen, ihnen ein historisches Bewusstsein zu vermitteln und damit Distanz zu sich selbst und zu ihrer Umwelt zu verschaffen. Zur Bildung in diesem Sinne gehören ebenso eine (selbst)kritische Reflexion des Umgangs mit Texten in anderen medialen For­men, eine sensible Sprachbewusstheit sowie eine korrekte und adäquate Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Der Rahmenlehrplan Deutsch für die gymnasiale Oberstufe strukturiert den Prozess der Be­schäftigung mit Literatur und Sprache in historischen und gesellschaftlichen Zusammen­hängen sowie im Kontext anderer Kulturen, Künste und Medien, indem er für die vier Kurs­halbjahre der Grund- und Leistungskurse Deutsch folgende thematische Schwerpunkte setzt:

  • Kommunikation / Entwicklung und Entwicklungstendenzen der deutschen Sprache (1. Kurshalbjahr)

  • Literarische Strömungen und Epochenbegriff: Aufklärung - Empfindsamkeit - Sturm und Drang / Literatur um 1800 (2. Kurshalbjahr)

  • Literatur im 19. Jahrhundert / Filmisches Erzählen (3. Kurshalbjahr)

  • Literatur im 20./21. Jahrhundert (4. Kurshalbjahr)

Deutsch gehört zu den Fächern, in denen eine zentrale schriftliche Abiturprüfung durchge­führt wird. Zu Beginn der gymnasialen Oberstufe erhalten die Schüler/-innen sowie die Leh­rer/-innen Hinweise, aus welchen Themengebieten und zu welchen Klausurformen die Abituraufgaben gestellt werden.

Zum Weiterlesen:

https://www.humboldtschule-berlin.de/unterricht/das-schulinterne-curriculum

2. Humboldts Sprach- und Literaturtage

Humboldts Sprach- und Literaturtage sind eine Neukonzeption der Humboldt-Litera­turtage, die von 2008 bis 2018 in Kooperation mit Frau Ulrike Nickel (Kulturkind Berlin) stattgefunden haben und zukünftig in Zusammenarbeit mit Frau Petra Lölsberg (Projektlei­tung der Reini­ckendorfer Sprach- und Lesetage) als Mischung aus interaktiven Workshops und Lesungen mit Diskussionen, die Schüler/-innen moderieren, entwickelt werden (siehe auch: 4. Slam-Poetry-Workshops).

Die Sprach- und Literaturtage sind ein unverzichtbarer Beitrag zur gymnasialen kulturel­len Bildung am Humboldt-Gymnasium, bieten den Schüler/-innen ab Klasse 5 bis zu den Leis­tungs­kursen Deutsch die Gelegenheit, Autor/-innen zu begegnen und auf deren Bücher, die nicht selten renommierte Buchpreise erhalten haben, aufmerksam zu werden. Mit dieser Begeg­nung und Aufmerksamkeit kann das Glück des Lesens einen Anfang nehmen und bestärkt werden.

Zuletzt fand am 28. Oktober 2019 für die Leistungskurse Deutsch eine Aula-Lesung von Ingo Schulze aus seinem Roman „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“ (2017) mit anschließender Diskussion statt.

Zum Weiterlesen:

https://www.humboldtschule-berlin.de/profil/literaturtage

3. Humboldt-Lectures

Im Rahmen der Humboldt-Lectures organisiert und moderiert das Fach Deutsch in unre­gel­mäßigen Abständen fachwissenschaftliche Vorträge und Diskussionen insbesondere für Schüler/-innen der Leistungskurse Deutsch, wenn möglich und sinnvoll in Kooperation mit anderen Fächern wie zum Beispiel Philosophie oder Politikwissenschaft. Zuletzt gab es die folgenden Humboldt-Lectures mit einem Schwerpunkt im Fach Deutsch:

  • Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch (Freie Universität Berlin): „Gerechte Sprache als moralische Pflicht“ (19. Februar 2020)

  • Markus Albers (Berlin): „Digitale Erschöpfung“ (8. Januar 2019)

  • Prof. Dr. Georg Bertram (Freie Universität Berlin): „Die Sprachphilosophie Wilhelm von Hum­boldts“ (21. Februar 2017)

Zum Weiterlesen:

https://www.humboldtschule-berlin.de/profil/humboldt-lectures

4. Slam-Poetry-Workshops

Nachdem im Schuljahr 2019/2020 das erste Mal die Slam-Poetry-Workshops in den Klassen 7 mit Bas Böttcher stattgefunden hatten, war klar: Das möchten wir jetzt jedes Schuljahr ma­chen! Mit vielen überraschenden Impulsen, aktivierenden Wortspielen und literarischen Schreibübungen, die einfach Spaß machen, motiviert Bas Böttcher die Schüler/-innen (und Lehrkräfte), einen zweiten Blick auf die eigene Sprache zu werfen und sich kreativ mit ihr vertraut zu machen. Die Slam-Poetry-Workshops sind Teil von Humboldts Sprach- und Literatur­tagen (siehe auch: 2. Humboldts Sprach- und Literaturtage).

5. Humboldtkurs Kreatives Schreiben

Im Humboldtkurs Kreatives Schreiben, der möglichst in zeitweiliger Kooperation mit Autor/-innen gestaltet wird, können Schüler/-innen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie entwickeln ihre eigenen Figuren, Handlungen und Orte; finden das richtige Wort, den tref­fenden Satz; bekommen die passenden Tipps und Kniffe für ihre Ideen. Und am Ende hält jede und jeder eine eigene Geschichte, ein eigenes Gedicht oder eine eigene Dramenszene in Händen. Am Ende des Kurses wird dann gemeinsam eine kleine Werkschau veranstaltet; und vielleicht nimmt die eine oder der andere zusätzlich am schulinternen literarischen Schreibwettbewerb teil.

6. Literarischer Schreibwettbewerb

Seit dem Schuljahr 2020/2021 findet im Humboldt-Gymnasium einmal im Jahr ein literari­scher Schreibwettbewerb für alle Schüler/-innen von der Klasse 5 bis zur Oberstufe statt. Thematisch orientiert sich dieser Schreibwettbewerb am Berlin-Brandenburgischen Schreib­wettbewerb THEO. Die Gewinner/-innen erhalten als Preis einen Buchgutschein der Tegeler Bücherstube. Außerdem werden ihre Texte auf der Schulhomepage, in der Schülerzeitung humPAGES und der Schulzeitung humboldt veröffentlicht. Selbstverständlich können alle Texte zusätzlich beim THEO eingereicht werden.

Zum Weiterlesen:

https://www.humboldtschule-berlin.de/profil/literarischer-schreibwettbewerb

7. Jugend debattiert

Die Kultur des Debattierens wird seit dem Schuljahr 2018/2019 am Humboldt-Gymnasium wieder deutlich gestärkt.

Denn seit diesem Schuljahr haben interessierte Schüler/-innen die Gelegenheit, im Hum­boldtkurs Jugend debattiert (eine Kooperation der Fächer Deutsch und Politische Bildung) und bei entsprechenden Voraussetzungen auch im Deutschunterricht (Klasse 9) das Debat­tieren nach dem Format von Jugend debattiert kennenzulernen und bei einem freiwilligen schulinternen Wettbewerb am Ende des 1. Schulhalbjahres mitzumachen. Die Gewinner/-innen dieses Wettbewerbs können an weiteren Wettbewerben auf Regional-, Landes- und Bundesebene teilnehmen und ihre Kompetenzen in den sich anschließenden attraktiven Sie­gerseminaren vertiefen.

Jugend debattiert ist ein bundesweit bewährtes Projekt, das seit vielen Jahren von zahlreichen Menschen geschätzt wird. Es stellt einen wertvollen Beitrag zur allgemeinen Sprachbildung sowie zur demokratischen Erziehung dar. Deshalb ist es auch ein Projekt auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

8. AG Sprachförderung

Nach der neuen LRS-Verordnung, die Ende 2019 in Kraft getreten ist, muss eine Förderung für Schüler/-innen mit der Diagnose „Lese-Rechtschreibschwierigkeiten“ (LRS) in der Schule gewährleistet sein und nachgewiesen werden. Sprachliche Schwierigkeiten zeigen sich vermehrt auch bei zahlreichen Schüler/-innen aller Jahrgangsstufen. Um eine möglichst individuelle Förderung zu ermöglichen und die Lehrkräfte zu entlasten, hat sich der Fachbereich Deutsch mit Unterstützung der Schulleitung dafür ausgesprochen, eine entsprechende AG anzubieten, die auch Schüler/-innen ohne Diagnose offensteht.

Zunächst werden in diesem Kurs die individuellen Fehlerschwerpunkte mittels eines Diagnosebogens festgestellt. Im Folgenden konzentriert sich die gemeinsame Sprachförderungsarbeit auf die Grundstrukturen der deutschen Sprache und die Wiederholung von Fachsprache und grammatikalischem Wissen zu den Wortarten als Rechtschreibstrategie. Darauf aufbauend erfolgt u. a. die Abgrenzung von Wortarten und Satzgliedern und die Bewusstmachung von Satzgliedern als funktionalen Einheiten innerhalb des Satzes, die durch bestimmte Strategien ermittelt werden können. Hier kann zum Beispiel das Textverständnis gefördert werden. Daran anschließend werden insbesondere weitere Rechtschreibstrategien besprochen und die Überprüfung von eigenen Texten hinsichtlich ihrer Fehlerschwerpunkte geübt, damit die Schüler/-innen zunehmend sicherer werden im Umgang mit ihrer eigenen Schreibkompetenz und Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen.

Die Ansprechpartnerinnen der AG Sprachförderung sind Frau Felicitas Krause (fe.krause@humboldtschule-berlin.eu) und Frau Katja Losensky (k.losensky@humboldtschule-berlin.eu).

9. Schreiben im Fachunterricht (fachübergreifendes Sprachbildungskonzept)

Das Fach Deutsch übernimmt, zusammen mit dem Fach Latein, eine besondere Verantwor­tung für die Ausgestaltung und Koordination der Unterrichts- und Schulentwicklungsarbeit im Bereich der Sprachbildung. Es ist daher nur folgerichtig, dass das Fach Deutsch auch Im­pulse bei dem 2019 initiierten fachübergreifenden Sprachbildungskonzept des Humboldt-Gymnasiums Schreiben im Fachunterricht setzt, um für Schüler/-innen, Eltern und Lehr­kräfte transparent zu machen, wie gemeinsam daran gearbeitet wird, die Schreibkompetenz von Schüler/-innen im Kontext gymnasialer Bildung weiterhin sorgsam zu fördern, sodass so­wohl der Übergang von der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe (in der in allen Fä­chern Klausuren geschrieben werden) als auch der Übergang vom Humboldt-Gymnasium in die Ausbildung oder das Studium (in denen das Schreiben traditionell eine zentrale Rolle spielt) sicher gelingen.

Seit dem Schuljahr 2018/2019 entwickelt die AG Sprachbildung (ehemals Beirat Sprachbil­dung) das Sprachbildungskonzept des Humboldt-Gymnasiums kontinuierlich weiter. Zahl­reiche Anregungen und Unterstützungen erhielten und erhalten die AG Sprachbildung so­wie das gesamte Kollegium unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Stefan Kipf (Humboldt-Universität zu Berlin) sowie den Kolleg/-innen des Zentrums für Sprachbil­dung.

Das Humboldt-Gymnasium nimmt seit dem Schuljahr 2020/2021 an dem bundesweiten Pro­jekt Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS-Transfer) teil. BiSS-Transfer ist eine gemein­same Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Kul­tusmi­nisterkonferenz (KMK).

Jörg Freier, August 2021 (j.freier@humboldtschule-berlin.eu)