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FLOW - For the Love Of Water!

  • wussten Sie, dass der allgemeine Trinkwasserbedarf einer Person pro Jahr 800-1200 m3 beträgt? (bei Vegetariern sind es 600 m3/a, bei Nicht-Vegetariern 1200 m3/a)
  • wussten Sie, dass 70% des Trinkwasserbedarfs für die Landwirtschaft verbraucht werden?
  • wussten Sie, dass ein Großteil der Frauen in Entwicklungsländern über 1000 Stunden pro Jahr darauf verwenden Wasser zu tragen und besorgen?
  • und wussten Sie, dass eines der acht Milleniums-Ziele der Vereinten Nationen die Verbesserung der Trinkwasserversorgung ist, konkret die Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser (von 65% auf 32%)?

Diese und viele Fragen mehr sollen im Zuge des neu angelaufenen Comenius-Projektes

FLOW! - For the Love Of Water

im Unterricht der Fächer Geographie, Politischen Weltkunde, Biologie und Chemie behandelt werden und zwar nicht nur bei uns am Humboldt-Gymnasium sondern auch an den anderen in das Projekt involvierten Partnerschulen aus Budapest, Rom und Slagelse/Dänemark. Bei den Treffen der Kollegen und Kolleginnen dieser Schulen werden die Ergebnisse von Untersuchungen vorgestellt und verglichen oder in Workshops diskutiert und aufgearbeitet. Die Fächer Musik und Kunst begleiten das Projekt und erhellen und untermalen aus künstlerischer Sicht das Thema Wasser.

Comenius-Projekte sind Teil der EU-Bildungsprogramme und werden wie z. B. auch Sokrates, Leonardo- oder Grundtvig-Programme durch die Europäische Union finanziell unterstützt; sie fördern den interkulturellen europäischen Austausch und die Kommunikation zwischen Kollegen und Kolleginnen der daran beteiligten europäischen Länder, aber auch der darin involvierten Schüler und Schülerinnen. Meistens fährt eine kleine "Delegation" von ausgewählten Schüler und Schülerinnen (ab Klassenstufe 10) mit zu den Treffen und stellt das im Unterricht behandelte Themengebiet, in unserem aktuellen Fall Teilaspekte zum übergeordneten Thema Wasser, vor. All dies geschieht in englischer Sprache.

FLOW - For the Love Of Water hat nach einem Jahr der Vorbereitung (Vorbereitungstreffen im November 2010 in der koordinierenden Humboldtschule) dieses Schuljahr begonnen und läuft über zwei Schuljahre. Das erste Treffen in Rom im Oktober 2011 fand bereits statt; begleitet von Frau Landauer, Frau Fehrenberg und Frau Libercka fuhr eine Schülergruppe aus dem Leistungskurs Erdkunde sowie dem Leistungskurs Kunst mit nach Rom und vertrat mit Engagement die Humboldtschule! Der Kunstkurs stellte den Schüler und Schülerinnen aus den Partnerschulen Kriterien für künstlerisch gelungene Bilder vor und initiierte so einen Fotowettbewerb zum Thema Wasser, der über ein Jahr weitergeführt werden soll; beim Treffen in Berlin (im Oktober 2012) erfolgt dann die Prämierung.

Schüler und Schülerinnen der Latein- und Griechischkurse aus der Partnerschule in Rom (Liceo T. Mamiani), zeigten uns ihre unterrichtlichen Ergebnisse zu Archimedes, dem Genie, der durch das Wasser und seine Dichtemessungen berühmt wurde; sie führten uns auch zu den barocken Brunnen Roms und eröffneten dadurch einen anderen Blick, nämlich dem der Demonstration von Macht mit Hilfe des Wassers, bestes Beispiel hierfür der gigantische Brunnen Fontana di Trevi.

Schüler und Schülerinnen des Biologiekurses aus Budapest (Baár-Madas-Reformatus Gimnázium) demonstierten eine spezielle Methode der biologischen Analyse von Wasser; diese soll als Workshop weitergeführt werden bei einem der nächsten Treffen, die Schüler und Schülerinnen der Chemie- und Geographiekurse aus Dänemark (Slagelse Gymnasium): sie präsentierten die Problematik der Versalzung des Grundwassers in Dänemark (Versalzung) und wollen mit allen anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen beim nächsten Treffen im März in Slagelse/Dänemark unterschiedliche Wasserproben einer chemischen Analyse unterziehen. Die Geographie-Schüler und Schülerinnen aus Berlin beschrieben in ihrem Vortrag die Problematik des Wasserkreislaufes in Deutschland und die Gefahr der Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft (Phosphate und Stickstoff).

Krönender Abschluss der Fahrt war am dritten Tag - von der römischen Kollegin Frau Muciaccia organisiert - die Besichtigung und der Besuch der Villa Gregoriana, erbaut von Papst Gregor XVI im 19. Jh. und der Villa Adriana, der Hadriansvilla, erbaut 118 bis 134 n. Chr. unter Kaiser Hadrian; beides grandiose Stätten nordöstlich von Rom gelegen, 6 km vor Tivoli.

Ein beeindruckendes Erlebnis, das einmal mehr vor Augen führte, wie das Wasser als Element wirken kann und den Menschen in all seinen Sinnen beeinflusst:

Zum einen als zerstörerisches Element, welches nach der großen Flut und verheerenden Überschwemmungen des Flusses Aniene jedoch eine Umnutzung durch Menschenhand erfährt und zu einem mit Wasserfall versehenen riesigen Park umfunktioniert wurde: die Villa Gregoriana - eine Oase des Friedens und der Ruhe ... das Rauschen des Wassers ... die angenehme Kühle am Grundes des Wasserfalls ... !

Auch in der Hadriansvilla ist das Wasser ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden; "Wellness" spielte im alten Rom eine große Rolle wie es uns die z. T. sehr gut erhaltenen Ruinen der groß angelegten Badehäuser und Thermenanlagen der Hadriansvilla demonstrieren sowie auch der Canopus, der Nachbau eines Kanals aus Ägypten, an dessen kühlen Ufern die Römer es sich gut gehen ließen und das Leben in vollen Zügen genossen - alles gespiegelt durch reflektierende Oberfläche des Wassers.

Das erste Meeting also ein wunderbarer Auftakt zum FLOW .... halten Sie die Augen offen .. sehen Sie sich die Fotos zum Projekt an ...

We will keep you informed !!!

Monika Landauer /19.11.2011

(Projektkoordination)