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Die Willkommensklasse

Die Willkommensklasse am Humboldt-Gymnasium wurde Ende März 2014 eingeführt. Seit November 2015 gibt es eine zweite Willkommensklasse an unserer Schule. Aktuell bestehen die beiden Klassen insgesamt aus 24 Schülerinnen und Schülern (elf Mädchen und dreizehn Jungen), die zwischen 13 und 18 Jahren alt sind. Die Kinder kommen von vier Kontinenten, aus neun Ländern, mit neun verschiedenen Herkunftssprachen (Französisch, Arabisch, Vietnamesisch, Polnisch, Serbisch/Bosnisch, Persisch, Spanisch, Italienisch, Albanisch).

Sie sind aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen: Flucht vor Kriegen (z. B. Syrien), Flucht aus politisch-ökonomischen Gründen, aber auch die Hoffnung auf eine gute Ausbildung (Studium in Deutschland) sind hier anzuführen.

Nach etwa einem Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Sprachtest ablegen und anschließend entsprechend ihres Kenntnisstandes für den jeweiligen Schultyp (Integrierte Sekundarschule, Gymnasium) in eine Regelklasse kommen. In den meisten Fällen ist dies kein realistisches Vorhaben.

Die Schülerinnen und Schüler bringen in Bezug auf Sprachkenntnisse und Lernmotivation sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Von „nicht-alphabetisiert“ bis hin zum „Sprachtalent“ finden sich alle Abstufungen. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schülern ständig die Klasse verlassen (z.B. aufgrund von Abschiebungen) und neue dazukommen. Dies macht es schwer, allen Schülern gerecht zu werden und sie entsprechend ihrem individuellen Können zu unterrichten. Die beiden Klassen werden in den Fächern Deutsch, Kunst, Sport, Musik und Englisch unterrichtet. Die Schüler-/Innen hospitieren zudem in verschiedenen Unterrichtsfächern in den Regelklassen.

Um den Schülern die Stadt Berlin näher zu bringen und um Konversationsanlässe außerhalb des Klassenraums zu schaffen, werden häufiger Exkursionen unternommen. Zudem wurde ein Sprachtandemprogramm eingeführt; dadurch konnten einige Schüler unserer Schule vermittelt werden, die den Willkommensschülern die deutsche Sprache im privaten Rahmen beibringen und im Gegenzug die jeweilige Muttersprache erlernen.

Die bisherige Entwicklung der Schülerinnen und Schüler ist sehr unterschiedlich verlaufen: Sie reichen von deutlichen Lernerfolgen (eine Schülerin ist am Humboldt-Gymnasium verblieben) bis hin zu nur geringen Entwicklungen. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Schüler selbst.

Mirko Stefanovic, im Februar 2016