Schüleraustausch mit Eisenach 2005

Erläuterungen

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Wochenplan:

Mittwoch 1-5 Stunde Teilnahme der Berliner am regulären Unterricht in den Gastgeberklassen
Gemeinsames Mittagessen im Gartenhaus
Besuch der Wartburg mit Führung
Donnerstag Exkursion zum Umweltlabor in Perdsdorf
Wanderung zur Saline/Wilhelmsglücksbrunnen/Besichtigung des Bio-Bauernhofes und Bio-Frühstück
Wanderung nach Creutzburg
Freitag Exkursion zur Kali- Salz AG
Samstag Zeit zur freien Verfügung
Sonntag Abreise nach Berlin

Teilnahme am Unterricht und Besichtigung der Wartburg

An unserem ersten Tag in Eisenach nahmen wir gemeinsam mit den Gastschülern für einige Stunden am Unterricht des Martin-Luther-Gymnasiums teil. Als wir den Klassenraum betraten, waren wir überrascht, denn der Klassenraum glich eher einem Wohnzimmer als einem Unterrichtsraum:Gelbe Wände, blaue Gardinen, eine Uhr und sogar Grünpflanzen hießen uns willkommen. Wenig später begann unsere erste Stunde. Die 16 (!) Schüler verhielten sich für uns Berliner ungewohnt leise und dizipliniert, wobei es natürlich auch in dieser Klasse einen Klassenclown gab.

Nachdem wir den Unterricht überstanden hatten,trafen wir uns im Gartenhaus, wo wir uns mit einem Thüringer Traditionsgericht stärkten, bevor wir uns zum letzten Programmpunkt dieses Tages aufmachten. Wir mussten Wandern,Bergsteigen und viele Treppen bezwingen, aber nach einer guten Dreiviertelstunde standen wir gut gelaunt im Hof der Eisenacher Wartburg, bereit diese zu besichtigen. Während dieser Führung erfuhren wir viele Interessante Dinge über diese Festung, die früher auch als Palast genutzt wurde.Nachdem wir jeden Raum, einschließlich der Lutherstube und des Festsaals, gesehen hatten, machten wir uns auf ins burgeigene Museum. Dort bekamen wir noch einige historische Ritterüstungen und vieles mehr geboten.

Nach diesem interessanten Ausflug verbrachten wir den Rest des Tages in freier Gestaltung mit unseren Austauschschülern.

Besuch des Umweltlabors in Pferdsdorf

Am Donnerstag fuhren wir zum Umweltlabor in Pferdsdorf und nahmen an einer Führung teil. Im Rahmen dieser Führung ließen wir unsere Wasserprobe aus dem naheliegenden Mühlgraben untersuchen. In diesem Labor werden Lebensmittel-, Boden- und Wasserproben auf ihre Leitfähigkeit und ihre Inhaltsstoffe geprüft.

Die Leitfähigkeit wird mit Hilfe von Elektroden gemessen. Diese Methode haben wir auch im Unterricht angewandt, jedoch können wir mit unseren Mitteln nicht so präzise Messewerte ermitteln. Als wir diesen Versuch im der Schule noch einmal durchführten, konnten wir allerdings zu unserer Überraschung nahezu die gleichen Ergebnisse verzeichnen.

Die Inhaltsstoffe werden in diesem Labor mit dem Spektrometer ermittelt. Im Spektrometer werden die zu testenden Substanzen in einer Plasmaflamme verbrannt, dabei werden den Atomen so viel Energie zugefügt, dass sich die Valenzelektronen auf eine weitere vom Atomkern entfernte Schale bewegen. Dieser zustand hält jedoch nicht lange an und die Elektronen bewegen sich zurück auf ihre ursprüngliche Schale. Bei diesem Vorgang wird die Energie wieder frei, die die Elektronen benötigt haben um die Valenzschale zu verlassen. Diese Energiemenge wird gemessen und da jedes Element eine andere Energiemenge benötigt kann man fest stelle um welches Element es sich handelt.

Dies ist jedoch nur eines der Geräte die in diesem Umweltlabor genutzt werden um Inhaltsstoffe eines Stoffes zu ermitteln. Ein anderes untersucht die Inhaltsstoffe auf chemische Weise.

Exkursion zur Salz und Kali AG in Wintershall bei Heringen

Warum so früh? Die meist gestellte Frage an diesem Freitagmorgen. Es ist 8:30 Uhr. Wir Berliner warten mit unseren Austauschschülern und deren Lehrerin vor dem Martin-Luther-Gymnasium auf die letzte Person die noch fehlt; natürlich Herr Ribbeck. Als er dann doch noch in aller letzter Sekunde pünktlich kam, mussten wir erst mal zum Marktplatz laufen. Unser Bus konnte nicht bis zur Schule fahren, da gerade eine sehr erfolgreiche und bekannte Fernsehserie gedreht wurde, Dr. Kleist. Nach einer guten Stunde Busfahrt, sind wir dann sehr freundlich im Salz und Kali Werk Wintershall von dem Betriebsleiter empfangen worden. Bei einer kleinen Stärkung erklärte er uns die wichtigsten Fakten der 4 Werke in Hessen und Thüringen.

Das Kali und Salzwerk hat 4146 Mitarbeiterund ist mit den neuesten und besten Maschinen ausgerüstet, die können max. 1300t und normal 1000t Rohsalz verarbeiten. Das Rohsalz besteht aus 71% Steinsalz, 31% Kieserit, 11% Sylvin, 4% Carnallit, 1% Sonstiges (Kalciumsulfat und vorallem doppel Salze). Das Salz wird aus einem 700m-1000m tiefen Schacht gewonnen. Die Hohlräume die dabei entstehen, sind 90m hoch und 100m breit. Die Hohlräume dienen als Speicher für Stoffe die bei der Verarbeitung von Salz entstehen und nicht gebraucht werden.

Das Werk verwendet zwei Methoden zur Verarbeitung des Rohsalzes.

  1. Die Flotation: Hierbei werden gesättigte Salzsäure und Flotationsmittel mit dem Rohsalz vermischt. Durch hineinblasen von Luft werden die nicht verwendbaren Bestandteile des Salzes aufgeschwemmt und man kann sie abschöpfen. Weil bei diesem Verfahren sehr viel Abwasser entsteht, wenden sie lieber die zweite Methode an.
  2. Elektro-statische-Aufladung (ESTA): Hierbei wird das Rohsalz so zermahlen das es kleiner als 1mm ist. Die Salzkörnchen werden danach im Fließbett selektiv(aus einer Anzahl von Dingen diejenigen aussondern, die zum gewünschten Verwendungszweck geeignet sind.) aufgeladen. Diese Verfahren ist sehr umweltfreundlich, da keine Abwässer entstehen.

Die Salze werden zu verschiedenen Zwecken genutzt, Kaliumsulfat zum Beispiel wird in Feuerlöschern als Brandverhinderer/verlangsamerer, in Waschmittel und PVC-Böden verwendet. Das Werk ist von zwei riesigen Salzbergen der kleinere hat eine Masse von 90 mio. t, der größere von 110 mio. t: Sie dienen als riesige Lagerstätten von Salz. Wenn das Salz auf der Erde knapp wird, wird dieses Salz wieder aufbereitet. Da das aber sehr kostspielig ist, macht man das nur in Notzeiten. Nach einer sehr interessanten Führung durch die verschiedenen Werkhallen, haben wir dann auch selbst den Monte Kali bezwungen und eine sagenhafte Aussicht auf die umliegenden Dörfer genossen.

Nach einem kleinem Imbiss, zu dem uns der Betriebsleiter netter weise eingeladen hat, sind wir so gegen 14:30 Uhr in Eisenach wieder angekommen.

Svenja Kaufmann, Sebastian Eckert, Luisa Winckelsesser, Yannick Stenzel, Andreas Hardt, Madeleine Mansmann
Juni 2005

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